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Meldung | 11.10.2019

Frauenklinik lud zum „Herzkissencafé“ am 8. Oktober

Allein diese Zahl ist mehr als beeindruckend: über 100 „Herzkissen" pro Monat! So viele individuell genähte Exemplare werden im Rotkreuzklinikum München (RKM) vor allem an unsere Patientinnen im Brustzentrum der Frauenklinik, aber auch in anderen medizinischen Bereichen, verteilt. Mehr über das „Herzkissen-Projekt" am RKM und die symbolischen „Seelentröster" zum Anfassen lesen Sie hier.

Um sich beim Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) für dieses „leidenschaftliche und ehrenamtliche Engagement der vielen Frauengruppen im Münchner Umland" zu bedanken, luden Tanja Groh, Krankenhausdirektorin des RKM, und Irmgard Burger, Rotkreuzschwester, KDFB-Mitglied und Initiatorin des Projekts am RKM, die Näherinnen herzlich ein zum „Herzkissencafé" in die Frauenklinik in der Taxisstraße, München-Neuhausen, das am 8. Oktober 2019 stattfand.

Vorbereitet wurden für diesen informativen wie geselligen Dienstagnachmittag, durch den Burger führte, verschiedene „Impulsvorträge", die sich laut Einladungsschreiben im Kern mit dem Thema Brustkrebs „auf psychologischer, pflegerischer und medizinischer Ebene" beschäftigten:

Krankenhausdirektorin Groh stellte die Schwesternschaft München vom BRK e.V. als Trägerin der RKM-Frauenklinik vor, deren zentraler Wert die „Menschlichkeit" ist. Sie erklärte, was unter der landläufig als „Pflegenotstand" bezeichneten Situation im deutschen Gesundheitswesen zu verstehen sei, bei dem es sich eigentlich um einen gravierenden „Fachkräftemangel" handele, und beschrieb Gegenmaßnahmen, die am RKM in Angriff genommen werden.

Prof. Dr. med. Michael Braun, Chefarzt für Gynäkologie an unserer Frauenklinik, „lotste" die Zuhörer von der Diagnostik über die Operation bis hin zur späteren Therapie durch den Prozess des gesamten Behandlungsverlaufs im „Interdisziplinären Brustzentrum" des RKM, das mit der Behandlung von jährlich fast 900 Neuerkrankungen und über 1.200 Brustoperationen zu einer der größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland gehört. Die Herzkissen, so Braun, helfen ganz maßgeblich dabei, unseren Anspruch zu verwirklichen, die Patientinnen nicht nur in fachlicher, sondern auch in menschlicher Hinsicht hervorragend zu versorgen, wirken die Kissen doch wie Mut machende „Farbkleckse" in dem manchmal grauen Behandlungsprozess, den Braun sehr eindringlich beschrieb.

Diese Beschreibung bestätigte die ehemalige Patientin Anja Wolff, die nach der Diagnose „Brustkrebs" erfreulicherweise, wie so viele andere Frauen, wieder gesund aus der Frauenklinik entlassen werden konnte. Ihr äußerst berührender Erfahrungsbericht machte deutlich, wie zentral das Erlebnis war, kurz vor der Operation ein Herzkissen, versehen mit einem Trost spendenden Gedicht, in die Hand gedrückt zu bekommen: Von diesem Moment an habe sie sich nicht mehr als „Fall", sondern als „Mensch" gefühlt, der in einer Angst machenden Situation und schwierigen Lebensphase ernstgenommen werde: „Als ob man mich erwartet hätte", beschrieb Wolff den Willkommensgruß.

Anschließend führte Annekathrin Hempel, Pflegebereichsleiterin der Frauenklinik, durch deren Geschichte, die vor über 100 Jahren mit der Gründung eines Mütterheims am selben Standort begann. Heute hat sich die „Frauenklinik Taxisstraße" zu einer Spezialklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe entwickelt, die jährlich mehr als 10.000 stationäre Patientinnen versorgt.

Sabine Slawik, stellvertretende KDFB-Landesvorsitzende, die gelernte Krankenschwester ist, hielt abschließend im Beisein von Sylvia Nazet, Vorsitzende des Diözesanverbands München-Freising und ihrer Stellvertreterin Maria Mandl sowie von Dr. Gerlinde Wosgien, Internetredaktion im KDFB-Landesverband, ihr nachträgliches „Grußwort". Sie betonte nicht nur die gute Zusammenarbeit zwischen KDFB und RKM, sondern auch das zahlreiche positive Feedback zum solidarischen Herzkissen-Engagement. Nach diesem offiziellen Teil genoss man bei Kaffee, Kuchen und kleinen – u.a. von der dm-Filiale am Rotkreuzplatz als Kooperationspartner unserer Fördergesellschaft NURSE gestifteten – Präsenten den gemeinsamen Austausch. Ein rundum gelungenes „Herzkissencafé"!

    

Links: KDFB-Frauen, Zweigverein Garching an der Alz, mit Herzkissen-Lieferung;
Rechts: Die stellvertretende KDFB-Landesvorsitzende Sabine Slawik (Foto: Hempel)

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Autor

Dr. Götz-Dietrich Opitz

Fundraising
Nurse – Gesellschaft zur Förderung der Gesundheitspflege gemeinnützige GmbH

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